Antigua & Barbuda

Interview vom
16.11.2020

Antigua

Die Crew der SY Flora ist gerade aus der USA auf Antigua angekommen. Trotzdem waren sie sofort bereit für uns die Fragen zu beantworten. Das finden wir richtig klasse. Vielen Dank! Die beiden sind schon richtig viel rumgekommen und plaudern jetzt aus ihrem Langfahrt-Corona-Nähkästchen. Los geht´s…..

Wir sind Wiebke und Ralf aus Hamburg, seit Juni 2019 auf Langfahrt mit unserer Hallberg-Rassy 43 „Flora“. Gestartet in Griechenland, dann quer durchs Mittelmeer und über Madeira, die Kanaren und die Kapverden in die Karibik. Den Antillenbogens hoch, dann 2 1/2 Monate „stuck in Antigua“, wohl einer der besten Plätze für den Lockdown. Weiter über die USVI und durch die Bahamas (Innocent Passage) in die USA und die dortige Ostküste hoch über New York nach Maine kurz vor der kanadischen Grenze. Zurück bis zur Chesapeake Bay und von dort jetzt direkt nach Antigua mit der Fall Rally der Salty Dawg (ein amerikanischer Verein für Hochseesegler und solche, die es werden wollen).

Euer aktueller Standort?

Derzeit sind wir in English Harbour auf Antigua, dem ikonischen Hafen der Karibik. Es gibt aber rund um die grüne Insel Antigua wunderbare Ankerplätze und auch ein paar vor den wunderbaren Sandstränden von Barbuda.

Wie läuft hier die Einreise während Corona ab?

Eigentlich müssen derzeit alle neu ankommenden Boote in St. John’s auf der Westseite der Insel einklarieren. Für die Salty Dawg gilt aber eine Ausnahme, wir dürfen in English Harbour einklarieren. Und das geht so:

Erstmal hat man sich 6 Stunden vor Ankunft (oder bei Erreichen der Funkreichweite) bei der Coastguard anzumelden. Wir haben zwar eine Reservierung in der Antigua Slipway Marina, aber zunächst müssen wir wie alle Boote in der Freeman’s Bay ankern und uns -wieder über Funk – bei der Nelson’s Dockyard Marina melden, die den Gesundheitsbehörden Bescheid sagt. Einige Zeit später kommt dann ein Behördenboot längsseits und der Health Officer steigt auf unser Boot. Er sammelt unsere ausgedruckten PCR-COVID-Testergebnisse (hatten wir in den USA über www.letsgetchecked.com gemacht und die Ergebnisse online erhalten, 119 US$ pro Person) ein, außerdem unser Gesundheitstagebuch der letzten 14 Tage, das für jedes Crewmitglied die Morgen- und Abendtemperatur und die tägliche Beantwortung von 21(!) Gesundheitsfragen beinhaltet. Außerdem muss der Kapitän eine „Maritime Declaration of Health“ ausfüllen, für Seuchenfälle gedacht mit z.B. Angabe der Zahl der unterwegs Verstorbenen.

Da wir das alles vorbereitet haben geht es schnell (Formular-Muster gab’s von Salty Dawg).

Zwei zusätzliche Formulare händigt uns der Health-Officer aus, aber die sind einseitig und ebenfalls flott erledigt. Dann wird bei uns beiden noch die Temperatur gemessen (kühlen Kopf bewahrt 😉) und …

… jetzt darf der Kapitän (nur der!) an Land um bei Zoll und Immigration sowie der Hafenbehörde (sind alle im gleichen Gebäude) den Rest der Einklarierung klarzumachen. Das musste vorher schon zwingend online über www.eseaclear.com vorbereitet werden. Noch 30 US$ bezahlen, schon fertig. 😁 Mit dem Gesundheitstagebuch (einschließlich Überfahrt) ist unsere Quarantänezeit erledigt. Willkommen auf Antigua und Barbuda

English Harbour(unser Bild vom Frühjahr als es noch voll war):

Wie ist die aktuelle Lage vor Ort?

Die Zahlen in Antigua und Barbuda sind gut, nur ab und zu wird ein Fall eingeschleppt, der aber bisher zumeist schnell isoliert werden konnte. Trotzdem besteht eine hohe Aufmerksamkeit, Masken werden konsequent getragen, Desinfektionsmittel bereitgestellt.

Die Menschen sind superfreundlich und offensichtlich erfreut, dass ganz langsam wieder touristische Aktivität aufkommt und damit wieder Einkommensmöglichkeiten entstehen, die Abhängigkeit vom Tourismus ist hoch. Es sind bisher aber deutlich weniger Boote als normal hier.

Die Geschäfte und Restaurants sind alle geöffnet und sozusagen in Startstellung, die Versorgung und die Sicherheitslage sind gewohnt gut. Für Versammlungen/Treffen gilt eine Obergrenze von 25 Personen.

Wir sind ja gerade erst angekommen, jetzt freuen wir uns darauf, das Inselinnere etwas besser kennen zu lernen. Bei unseren 2 1/2 Monaten hier im Frühjahr durften wir zwar die Ankerplätze wechseln, aber Wanderungen / Hikes an Land waren uns nur eingeschränkt möglich, auch wegen (covidbedingt) mangelnder Befördeungsmöglichkeiten dorthin.

Außerdem werden jetzt wieder die SUPs aufgeblasen und die Schnorchelsachen ausgepackt.

Ankerplatz Nonsuch Bay, Antigua

Wie habt ihr euch vorab informiert?

Apps, Links oder Kontakte?

Noonsite ist immer eine super Informationsquelle, aber oft sind die Facebookgruppen der einzelnen Inseln / Karibikstaaten noch aktueller und meist auch mit Links zu den jeweiligen staatlichen Quellen verknüpft. Die Facebook-Gruppe „Antigua Cruisers“ ist ein gutes Beispiel. Uns hat – obwohl wir sonst nicht so die Rally-Typen sind – auch die Hilfe und Gemeinschaft  der Salty Dawg (www.saltydawgsailing.org) geholfen.

Wie sind eure weiteren Pläne?

Wir haben gerade in COVID-Zeiten keine Pläne mehr, nur noch „Ideen“ 😁. So wollten wir eigentlich auch von den USA aus über die Bahamas nach Süden, aber da war schlicht das Wetterfenster nicht gegeben, bei gleichzeitig sich langsam dem Ende nähernder Visazeit. Also umdisponieren. Jetzt von Antigua aus haben wir quasi die ganze Karibik vor dem Bug. Für diese Saison würden uns besonders die BVI, Puerto Rico, Hispaniola, Cuba und vielleicht México oder Jamaika reizen, in der Hurrikansaison lockt uns ein weiteres Mal die USA, dort gibt es noch so viel zu entdecken. Vielleicht schaffen wir es ja diesmal auch bis Canada (war in dieser Saison geschlossen).

Das könnt Ihr jedenfalls immer ziemlich tagesaktuell auf unserem Blog verfolgen: www.syflora.blog

Wir sagen Danke!

Da bleiben keine Fragen mehr offen! Und so viele nützliche Links und Tipps. Wir sind platt. Wir wünschen euch für die weitere Reise nur das Beste und vor allem ganz viel Spaß und “Ideen”. 🙂 Bleibt gesund und munter. Wir hoffen sehr, man segelt sich mal über den Weg, irgendwo auf der schönen weiten Welt!

Die Crew der Flora schreibt einen sehr schönen Blog über ihre Langfahrt. Schau unbedingt mal rein und erfahre mehr über dieses super sympathische Paar. Außerdem kannst du sie auf Facebook verfolgen. 

syflora.blog

@syflora

Leave a comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.