Malaysia

Interview vom
26.11.2020

Im Paradies in Malaysia angekommen, dann einfach nach Hause geschickt, um nun nicht zu wissen, wann sie auf ihren geliebten Katamaran She San zurück kehren dürfen. Eine Corona Nightmare Story! Aber Angela und Reto bleiben positiv. Irgendwann hat auch dieser Spuk ein Ende – hoffentlich!

Wir sind Angela und Reto aus der Schweiz, wobei Angela gebürtige Bayerin ist.

Beides Ingenieure (Brau und Elektro) haben wir unsere Jobs an den Nagel gehängt, unser Zuhause aufgelöst und sind im Aug 2015 zu unserem Catamaran SHE SAN in die Türkei geflogen. Die SHE SAN ist eine Belize 43 von Fountaine Pajot mit Baujahr 2003, innerhalb von 5 Wochen haben wir sie “blauwasserbereit” gemacht und sind in Richtung Westen gestartet.

Die übliche Barfussroute hat uns über die Kanaren, Kapverden bis nach Panama gebracht, dann weiter bis nach Neuseeland. Nach einer zweiten wundervollen Pazifiksaison in Fidschi sind wir über Tuvalu, Kiribati und die Marschall Inseln bis nach Mikronesien und in die Philippinen gesegelt, dann in Indonesien über Raja Ampat, die Molukken und West Sumatra nach Malaysien und Thailand.

Neben der Natur und der Unterwasserwelt begeistert uns am Reisen mit dem Schiff der Kontakt mit den Menschen, vor allem auf den entlegenen Inseln im Pazifik und in Südostasien haben wir unvergesslich tolle Bekanntschaften gemacht.

Euer aktueller Standort?

Der Lockdown im März hat uns in der Ankerbucht Telaga in Langkawi Malaysien erwischt. Eigentlich ein idyllischer Ort, so richtig ruhig, umgeben von Bergen, mit Adlern über uns und gelegentlichen Delphinen neben uns.

Allerdings durften wir während der ersten 2 Monate nicht von Bord, ausser eine Person zum Einkaufen. Das war bitter, nicht mal alleine Joggen am Strand war erlaubt… Da die Regel aber eine Person pro Fahrzeug war fuhren wir einmal pro Woche mit dem Fahrrad einkaufen, das hat uns wenigstens etwas an Bewegung verschafft.

Wie läuft hier die Einreise während Corona ab?

Als dann die Visa auszulaufen drohten, wollten wir mit Hilfe der Schweizer Botschaft eine Verlängerung beantragen. Doch die Botschaft verweigerte uns ihre Hilfe, wir “sollten heimfliegen, wie alle anderen Schweizer auch”.

Wir stellten demnach unser Schiff in die Marina, buchten einen Flug und hofften, 2 Monate später zurück zu können. Gab es doch schon erste Gerüchte aus Thailand, dass diese bald wieder öffnen würden. Aufgrund der geringen Fall bzw. Todeszahlen in Thailand und Malaysien konnten wir es uns einfach nicht vorstellen, dass die Länder ihrer Tourismusindustrie dermassen Schaden zufügen und die Grenzen länger geschlossen halten. Doch die Gerüchte blieben Gerüchte, Thailand öffnete erst jetzt im November für Segler, Malaysien ist nach wie vor geschlossen…

In der Zwischenzeit gehen wir unseren Familien hier in Europa auf den Geist und pendeln zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich hin und her.

Im Oktober und November wurde in Malaysien die sogenannte “Movement Control Order” wieder verschärft, die Grenzen zwischen den Staaten wurden wieder geschlossen und auch die Schulen in den meisten Staaten sind wieder zu. Gemäss Freunden von uns vor Ort ist es ausgestorben und trist, die Insel Langkawi ist wieder komplett leer. Sie befürchten, dass die Grenzen dort weiter bis März oder April 2021 geschlossen bleiben, wir hoffen diesmal, dass auch das ein Gerücht ist und die Öffnung früher kommt…

Die derzeitige Regelung ist kommuniziert bis 31.12.2020, erfahrungsgemäss gibt es drei Tage vor Ablauf eine Erklärung der Regierung, wie es weitergeht.

Wie ist die aktuelle Lage vor Ort?

Immerhin, zur Zeit darf man draussen noch Sport machen und selbst Restaurants sind noch welche geöffnet, max. 4 Personen pro Tisch sind erlaubt. Der wunderschöne Pool in der Rebak Marina wurde wieder geschlossen, obwohl eh nur ein paar wenige Yachties da sind, ihn zu benützen.

Erwähnenswert ist die peinlich genaue Temperaturkontrolle vor jedem Supermarkt, Restaurant, in der Marina, ect. Mit den Lasermessgeräten wird jeder gemessen, die Temperaturen oft noch mit Namen in eine Liste eingetragen. Dass die Werte mit 34.2 bis 35.7 Grad Celsius meist komplett neben der Realität liegen, hat aber lustigerweise nie jemanden gestört.

Die generelle Versorgung war eigentlich immer gut, die Supermärkte immer voll mit Klopapier ;-). Einzig die Versorgung mit frischem Gemüse und Obst hat zwischendurch etwas gelitten, da die Versorgung aus dem benachbarten Thailand wegfiel, so erklärte es uns unser Marktmann Karel zumindest.

Durch den ausbleibenden Tourismus fehlt in vielen Familien sicherlich mindestens eines der Einkommen. Die Mitarbeiter in der Rebak zum Beispiel wurden einfach jede zweite Woche nach Hause geschickt – und ohne Arbeit kein Geld, versteht sich. Trotzdem scheinen die Menschen irgendwie zu überleben, eine Zunahme von Gewalt ist nach wie vor nicht erkennbar.

Wie habt ihr euch vorab informiert?

Apps, Links oder Kontakte?

Sobald es etwas neues gibt, bekommen wir eine Nachricht von unseren Freunden. Ausserdem verfolgen wir die Facebookgruppen “Sail SE Asia”, “Telaga Harbour Yachties” und “Rebak Yachties”.

Wie sind eure weiteren Pläne?

Wir haben mittlerweile aufgehört, Pläne zu machen, wir müssen es eh nehmen, wie es kommt. Falls wir in den nächsten Monaten zurück zum Schiff kommen, braucht dieses sicher erst Mal einiges an Wartung, danach ist die Frage, wie die anderen Länder in Richtung Westen aufgestellt sind. Also eins nach dem anderen

Wir sagen Danke!

Leute! Wenn ihr mit dem Blauwasserleben liebäugelt und mehr erfahren wollt, dann sind Angela und Reto die perfekten Ansprechpartner für euch. Seit 2015 segeln die beiden um die Welt und können euch so viele nützliche Tipps verraten. In Mitsegelseminaren, Online Beratung & Coaching und in persönlichen Erfahrungsberichten über die Langfahrt, verraten sie euch alles, was ihr wissen müsst. Hier geht´s zur Website oder den Social Media Channels. Auf geht´s!

blauwassersegeln.eu

she-san.ch

@CatamaranSheSan

@SHE SAN SAILING

@SHESANSailing

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