Panama

Interview vom
24.11.2020

Panama ist für uns noch so weit weg und das erste große Etappenziel auf unserer Reise um die Welt. Die Crew der SY Limelight hat es schon bis nach Panama geschafft, aber hier ist erstmal Schluss – Corona bedingt. Wie sie die Zwangspause in Panama verbringen und was sie bei der Einreise nach einem Heimatbesuch erlebt haben, berichten die drei in diesem Beitrag. Viel Spaß!

Zurzeit besteht die Besatzung unserer SY Limelight aus Michael, Anette und unserem Sohn Glen. Wir kommen aus Deutschland, aus der Nähe von Wolfenbüttel.

Unsere Limelight ist eine Beneteau Mooring 405 aus dem Jahr 1994.

Wir segeln seit über 30 Jahren, haben in der Vergangenheit mindestens einmal im Jahr ein Segelboot gechartert. 2000 nutzten wir eine einjährige Auszeit mit Kind und Kegel für einen Segeltörn von Kroatien nach Florida, ebenfalls mit einem eigenen Boot. Seit der Zeit stand für uns fest, dass wir auf jeden Fall den Spuren der Barfußroute irgendwann folgen wollen.

Im Sommer 2018 haben wir, Michael und Anette, in Sardinien die Leinen gelöst und unser Abenteuer begann. Das Mittelmeer ließen wir relativ schnell hinter uns und waren im Oktober bereits auf den Kanaren.

Von dort ging es im November über die Kap Verden, Barbados, Bequi runter nach Grenada, wo wir einen längeren Aufenthalt hatten. Zwischendurch noch einen kurzen Abstecher nach Tobago und dann ging es über die ABC Inseln Richtung Kolumbien, wo wir wieder einen längeren Stopp einlegten. Im Dezember 2019 erreichten wir die zu Panama gehörenden San Blas Inseln. Über den Panamakanal gelangten wir im Februar 2020 in den Pazifik.

Unser Plan war, dass im März unser Sohn Glen zu uns reist und wir gemeinsam nach französisch Polynesien segeln. Der Lockdown in Deutschland durchkreuzte jedoch unsere Pläne. Der Flug wurde storniert und wir entschieden, dass wir in Panama bleiben und abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Es folgte der Lockdown in Panama und wir verbrachten unsere Zeit in den Las Perlas, eine zu Panama gehörende Inselgruppe.

Nach 4 Monaten entschieden wir, unsere Limelight in die sichere Marina Buenaventura zu legen und nach Deutschland zu fliegen. Mitte Juli ging es dann mit einem humanitären Flug über Amsterdam nach Frankfurt/Main.

Euer aktueller Standort?

Im Oktober kehrten wir gemeinsam mit unserem Sohn nach einigen Flugverschiebungen zurück nach Panama.

Das im Vorfeld gebuchte Hotel war geschlossen und erst nach 4 Stunden fanden wir ein Hotel das uns aufnahm. Am folgenden Tag fuhren wir mit einem Mietfahrzeug zur Marina, wo wir unser Boot unversehrt vorfanden.

Zur Zeit liegen wir vor Anker in einer gut geschützten Bucht vor Viveros, mal wieder in den Las Perlas.

Wie läuft hier die Einreise während Corona ab?

Unsere Ausreise aus Panama war relativ entspannt. Es gab keinerlei Auflagen bezüglich eines Coronatests, nur eine Maskenpflicht während des gesamten Fluges. Wir machten in Frankfurt am Flughafen freiwillig einen Coronatest, dessen Ergebnis uns innerhalb von 12 Stunden per Email zugeschickt wurde.

Die Rückreise nach Panama gestaltete sich schon spannender. Einen Tag vor Abflug waren wir zu einem erneuten Coronatest am Frankfurter Flughafen. Während Michael sein Ergebnis bereits nach 6 Stunden hatte, bekamen Glen und ich kein Ergebnis zugeschickt. Anfangs hieß es, wir könnten nicht mitfliegen. Dann klärte sich die Sache, da man in Panama am Flughafen einen Test für 50 $ machen kann, um eine 14tägige Quarantäne zu umgehen. Während des gesamten Fluges galt Maskenpflicht. Nach unserer Landung in Panama waren dann glücklicherweise auch unsere negativen Testergebnisse da.

Sollte es zu einem positiven Testergebnis kommen, wird man in einem bereitgestellten Hotel unter Quarantäne gestellt und nach 7 Tagen erneut getestet. Erst nach einem negativen Test darf man das Hotel verlassen.

Da wir mittlerweile seit fast einem Jahr in Panama sind, können wir keine Angaben zum Ein- und Ausklarieren machen. Wie das mit dem Permit für das Boot, welches 1 Jahr gültig ist, weiter geht wissen wir noch nicht. Das werden wir erfahren, wenn wir wieder in Panama City sind.

Wie ist die aktuelle Lage vor Ort?

Beschränkungen in Panama werden je nach Coronalage in den Provinzen unterschiedlich gehändelt.

In Panama gilt Maskenpflicht, immer und überall und die Menschen halten sich daran. Bevor man einen Supermarkt, ein Restaurant o.ä. betritt, geht man über Desinfektionsmatten, es wird Fieber gemessen und anschließend gibt es Desinfektionsmittel. Die Menschen nehmen Corona ernst und haben Angst vor Ansteckung. Trotz alledem sind die Panamaer sehr freundlich und hilfsbereit.

Allgemein gilt eine Ausgangssperre von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr.

Familiengruppen bis zu 7 Personen dürfen sich treffen. Strandaktivitäten sind von morgens 06.00 Uhr – 16.00 Uhr erlaubt. Alkoholische Getränke am Strand sind verboten.

Mit der Eröffnung des Flughafens für den internationalen Flugverkehr im Oktober nahmen auch Hotels, Restaurants und Bars ihren Betrieb langsam wieder auf. Da alle Supermärkte geöffnet haben kommt man in Festlandnähe schnell an neue Vorräte, auch Baumärkte sind offen, folglich gibt es immer neues Material zum Basteln.  

Im Moment ist die Lage auf den Las Perlas ganz entspannt. Die Erlaubnis Inseln zu betreten ist sehr unterschiedlich, einige, wie Isla Pedro Gonzales, darf man nur am Strand betreten, andere kann man problemlos erkunden.

Einzelne Locals kommen zu den Booten und verkaufen Lebensmittel. So hat man immer einen Nachschub an Früchten und Gemüse, manchmal bekommt man auch ein Hähnchen geliefert.

Wie geht es uns?
Wir bekommen hier sehr wenig von Corona mit, wir liegen in einer gut geschützten Bucht mit einigen anderen Booten. Hier ist eine eigene kleine Commune entstanden und jeder gibt sich Mühe unbekannten fern zu bleiben. Da man in den Perlas eine Menge zu sehen und erkunden hat, ist es gut möglich hier einen längeren Aufenthalt zu haben.

Wie habt ihr euch vorab informiert?

Apps, Links oder Kontakte?

Vor der Wiedereinreise haben wir uns beim Auswärtigen Amt per Email und telefonisch über Formalitäten erkundigt. Informationen zur aktuellen Coronalage erhält man über newsroompanama.com

 

Wie sind eure weiteren Pläne?

Unser Plan war, nach Ecuador zu segeln, das Schiff rausholen, kleine Reparaturen vorzunehmen und ein neues Antifouling. Leider hat Ecuador alle Grenzen dicht gemacht. Nun werden wir es wohl in Panama machen. Unser weiterer Plan war, den Pazifik über Rapa Nui und die Pitcairn Inseln zu überqueren. Leider hat die chilenische Botschaft geschrieben, dass die Osterinseln bis auf weiteres geschlossen sind. Unser großes Ziel ist, nach Französisch Polynesien zu segeln, leider gibt es dort seit einiger Zeit die meisten Coronafälle gerechnet auf die Einwohnerzahl. Wir beobachten jetzt die Lage und entscheiden dann spontan, wann oder wie es weiter gehen kann.

Wir sagen Danke!

Panama ist für uns einfach ein ganz besonderes Ziel. Hier öffnet sich das Tor zu einer neuen Welt und einem riesen Ozean mit atemberaubenden Inseln und Ländern. Wenn man es bis hierher geschafft hat, gibt es eigentlich kein zurück mehr. Wir waren so gespannt, was ihr zu erzählen habt. Wie es in Panama während Corona ist, wie es euch geht und was noch kommen wird. Einholen werden wir euch sicher nicht, aber wir würden uns freuen, mit euch in Kontakt zu bleiben. 

Auf jeden Fall sind wir immer mit Spannung dabei, auf eurer Reise um die Welt!

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