In unseren Marokko Reisetipps geben wir wertvolle Hinweise, wie man den Marokkanern nicht auf den Schlipps tritt, klären über die landestypischen Verhaltensregeln auf und verraten  alle wichtigen Infos über Marokko.

Marokko ist ein ausgesprochen gastfreundliches Land, das Fremde mit offenen Armen empfängt. Das durften wir am eigenen Leib erfahren und haben uns gerade deshalb Hals über Kopf in Marokko verliebt.

Bei aller Herzlichkeit solltest du aber trotzdem immer unseren Marokko Reisetipps folgen und die Gepflogenheiten des Landes beachten und ernst nehmen.

Die beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für ganz Marokko ist der Frühling und Herbst. In den Monaten April, Mai, Oktober und November ist das Klima schön warm und nicht zu heiß. Für die Küstenregionen im Norden und Nordwesten eignen sich die Sommermonate ebenfalls gut für eine Reise, da immer ein frischer Wind weht.

Religion & Kultur

Die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich und Spanien haben Marokko deutlich geprägt. Vor allem in den großen Städten geht es sehr liberal zu. Auch leben hier neben Arabern viele Berber, die den Islam nicht so streng leben. Und auch die vielen westlichen Besucher, die sich in Marokko tummeln, haben ihren Stempel aufgedrückt.

Da neigt man vielleicht dazu, zu vergessen, dass Marokko trotz starker westlicher Orientierung ein islamisches Land ist. Die Umgangsformen und das zwischenmenschliche Miteinander ist stark von Religion und Tradition geprägt. Auf einen respektvollen Umgang solltest du immer achten, um die Menschen nicht zu verärgern. 

Wiederum beim Feilschen, kannst du auch gerne richtig übertreiben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Händler das richtig gut finden und sich darüber freuen.

Grüne Moschee Tanger

Sicherheit

Die Einschätzung der Sicherheit und aktuellen Situation in Marokko, evtl. Warnungen und ausführliche Infos & Tipps, findest du auf der Seite des Auswärtigen Amts.

Homepage Auswärtige Amt – Reisesicherheit Marokko

Alleinreisenden Frauen

Wenn du als alleinreisende Frau in Marokko unterwegs bist, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit oft angesprochen. Das ist den Hormonen, der Neugier und Mentalität der marokkanischen Männer geschuldet. Nimm es ihnen nicht allzu übel. Stell dich einfach darauf ein und ignoriere die Flirtversuche gekonnt.  

Tipp: Kleide dich angemessen, nicht aufreizend und meide es nachts alleine raus zugehen. Und sein nicht unfreundlich aber bestimmt, wenn du dem Verehrer einen Korb gibst.

Währung

Die Währung in Marokko heißt Dirham (Abkürzung DH). Aber auch Euro sind gerne gesehen. Der Wechselkurs entspricht 1:10. Das heißt, 10 DH sind 1 Euro. Es gibt Münzen im Wert von 10 und 20 Centimes, ½, 1, 2, 5 und 10 Dirham & Geldscheine mit 20, 50, 100 und 200 Dirham.

Die nationale Währung kannst du ganz bequem an ATMs (Geldautomaten) abheben. Bei Reise-Kreditkarten ohne Abhebungsgebühr, musst du auch keine größeren Beträge abheben und mit dir rumschleppen. Dann holst du dir einfach öfter kleinere Summen, die du den Tag über brauchst. ATMs findest du an jeder Ecke.
Die offiziellen Wechselstuben haben wir nie gebraucht. Und abraten würden wir von “fliegenden Wechsler” auf der Straße. Die werden dich sicher über den Tisch ziehen. 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es auch möglich ist, gemischt mit Euros und Dirham zu bezahlen. 

Sprache

Amtssprache in Marokko ist Hocharabisch. Umgangsprache ist aber ein Diakekt “Darija” – das Marokkanisch-Arabisch.

Auch nach der Unabhängigkeit Marokkos, wird immer noch Französisch, bzw. im Norden Marokkos vorwiegend Spanisch gesprochen. Deshalb sind Französisch bzw. Spanisch-Kenntnisse für eine Marokko-Reise sehr nützlich.

Wir sprechen weder Französisch noch Spanisch und sind trotzdem prima durchgekommen. Englisch in Kombination mit Zeichensprache wird auch bestens verstanden.

Tipp: Lerne ein paar Wörter Arabisch. Darüber freuen die Einheimischen sich sehr und es zeugt von Respekt und Interesse an ihrem Land.

Was ist verboten?

FKK bzw. Oben Ohne
Als Nicht-Moslem eine Moschee betreten
Drohnen
Drogen
Alkohol (nur in Gastro-Betrieben bzw. Shops mit Sondererlaubnis)
Waffen

Was solltest du vermeiden?

Fotos schießen

Bitte sei respektvoll und fotografieren die Menschen nicht ohne vorher zu fragen. Die meisten Marokkanerinnen und viele Gläubige möchten das nicht. Du musst wissen, dass im Islam ein Bilderverbot herrscht. Es kann aber auch sein, dass Geld für Bilder verlangt wird. Zudem ist es nicht erlaubt Polizei, Beamte, Soldaten oder militärische Anlagen abzulichten.

Auf falsche Führer hereinfallen

Die „Faux Guides“ (falsche Führer) sind überall und auch wir haben schon ihre Bekanntschaft gemacht. Es war wirklich nicht einfach sie wieder abzuschütteln. Sie bieten dir verschiedenste Dienste an, wie z.B. als Geleitschutz oder Stadtführer. Am Anfang  ist natürlich alles umsonst und geschieht aus reiner Nächstenliebe. Am Schluss ändern sie dann plötzlich ihre Meinung und verlangen Geld bzw. ein kleine Aufmerksamkeit.

Und wenn du nicht auf der Hut bist, findest du dich prompt in einem Geschäft wieder und sollst mit Nachdruck etwas kaufen. Das kann unangenehm werden. Später erhalten die falschen Führer vom Ladeninhaber eine ordentliche Provision.

Drogen kaufen

Marokko ist das  Hasch-Exportland Nummer 1. Das Rif-Gebirge ist voll von Hanffelder. Die Marokkaner kiffen gerne und überall. Es wird dir wirklich an jeder Ecke zum Kauf angeboten. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Konsum und der Besitz erlaubt ist. Im Gegenteil! Die Polizei bestraft Rauschgiftdelikte (dazu gehört auch der Besitz von Haschisch) streng. Je nach politischer Stimmung kann es sogar mit einem Knastaufenthalt enden.

Alkohol

Alkohol wird von Marokkanern nur sehr selten getrunken und genießt dort kein besonders gutes Image. Nimm darauf Rücksicht und vermeide es besser, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken oder angetrunken durch die Stadt zu laufen. Das gilt besonders während des Ramadan.

In Sachen Alkohol und Autofahren kennt die marokkanische Polizei eine sehr einfache Regel und keine Gnade – Null Promille!

Hotels oder speziell ausgewiesen Restaurants, Bars und Supermärkte dürfen Wein, Bier und sogar Schnaps verkaufen.

In Rabat, Casablanca, Mohammedia, Marrakesch und Agadir gibt es NICOLAS, ein sehr gut sortierter Shop für Bier, Wein, Prosecco und Champagner. Die Preise sind mit denen in Deutschland vergleichbar.

Allzu luftig kleiden

Kleide dich nicht allzu luftig und lasse dich von der Lockerheit der Marokkaner nicht blenden. Es ist ein traditionelles Land mit konservativen Moralvorstellungen.

Frauen, die sehr freizügig gekleidet sind, gelten als Prostituierte. Entsprechend werden sie behandelt. Lasse die ärmellosen, knappen und weit ausgeschnittenen Oberteile und die kurzen Röcke besser zu Hause.

Aber auch über Männer, die sich nicht ordentlich Kleiden wird gelacht. Passe dich den Landessitten an. Träger-T-Shirts gelten als Unterhemden, Shorts als Unterhosen.

Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, ist angemessen und für die Temperaturen auch nicht zu heiß. Perfekt geeignet sind luftige, weite aber trotzdem dünne Klamotten.

Am Strand sollten die Jungs lange Badeshorts tragen und die Mädls lieber auf Badeanzüge zurückgreifen.

ACHTUNG: FKK ist in Marokko gesetzlich verboten und wird mit einem saftigen Bußgeld bestraft.

Begrüßung & Einladung

Die Männer geben sich ganz einfach die Hand. Bei Frauen und älteren Männern, sei erstmal etwas zurückhaltender. Mit einem freundlichen Nicken bist du erstmal auf der sicheren Seite. Wenn die Person dir die Hand entgegenstreckt, solltest du natürlich erwidern.

Gastfreundschaft wird in Marokko sehr groß geschrieben. Du wirst auch oft zu einem Tee oder Gebäck eingeladen.

Leider wird das auch als Masche von Händler ausgenutzt, um dir ihre Waren andrehen wollen. Wenn du das bemerkst, solltest du freundlich aber bestimmt ablehnen und gehen.

Wenn du bei Einheimischen zu Gast bist, bringe als Gastgeschenk etwas für die Kinder mit. Das kommt gut an. Und bevor du das Haus betrittst, Schuhe ausziehen nicht vergessen.

Trinkgeld & Bakschisch

In Restaurants oder Cafes ist das Trinkgeld nicht inklusive. Wie bei uns daheim sollte du ungefähr 10 Prozent geben.

Für eine Einladung zum Beispiel zum Tee brauchst du kein Trinkgeld zugeben. Das kommt von Herzen und gehört zur Tradition.

Für nützliche „kleine Gefälligkeiten“ gehört es sich ein kleines Trinkgeld (genannt Bakschisch) zu geben. Aber bitte nicht zu viel! Das verdirbt sonst und macht gierig (max. 10DH = 1 Euro). Zigaretten oder eine Dose Bier sind auch immer gerne gesehen.

Wenn dir jemand seine Dienste aufdrängt,  bleib hart, lehne ab und gib kein Geld.

Handeln & Feilschen

Markthalle Tanger Obststand

Feilschen ist in Marokko Tradition und gehört beim Einkaufen einfach zum guten Ton. 
Das Feilschen liegt uns Europäern meist überhaupt nicht, aber versuche es einfach mal. Am Ende hatten wir richtig Spaß daran und wurden immer besser. Auch wenn die Produkte auf dem Markt ausgezeichnet sind, kannst du auf jeden Fall noch was rausholen.
Das gilt aber nicht für Restaurants oder Supermärkten. Hier sind die Preise festgeschrieben.

Oft stehen sogar gar kein Preis an den Waren und ist Verhandlungssache. Die Händler schlagen ein Vielfaches auf den wirklichen Wert auf. An Orten, wo sich viele Touristen tummeln, solltest du mit etwa 20 Prozent in die Verhandlung gehen. Lasse dich von der Reaktion der Verkäufer nicht irritieren. Das ist die Masche der Verkaufsprofis! Einen fairen Preis erzielst du, wenn du dich in der Mitte triffst. Und vergiss den obligatorischen Handschlag nicht, der das Geschäft besiegelt.

Auch bei Taxifahrten oder Food-Ständen, sollte du VORHER den Preis verhandeln. Sonst kann es passieren, dass im Nachhinein einen exorbitanten Preis von dir verlangt wird.

Fazit der Marokko Reisetipps

Höflichkeit, Freundlichkeit und gesunder Menschenverstand – das sind die drei Grundzutaten für deinen perfekten Marokko Urlaub ohne Pannen und böse Überraschungen.

Respektiere die Religion, Kultur und nimm die religiösen Benimmregeln ernst.

So haben wir eine unvergessliche Zeit in Marokko verbracht.

Bleib gelassen

In Marokko gibt es ein Sprichwort: „Die Europäer haben die Uhren – wir haben die Zeit.“ Stelle dich auf diese Gelassenheit ein. So schonst du deine Nerven, genießt den Urlaub noch mehr und durch die gewonnene Zeit, entdeckst vielleicht noch mehr schöne Dinge.

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