Wandern auf Lanzarote ist immer ein ganz besonders Erlebnis, und neue unerforschte Wanderrouten entdecken, meine Leidenschaft. Das Klima auf Lanzarote ist ganzjährig perfekt zum Wandern und die Touristenströme halten sich in Grenzen.
 
Schon nach unserer ersten Tour, der Besteigung des Vulkans Caldera Blanca, war klar – Wandern auf Lanzarote ist ganz nach meinem Geschmack. Natürlich ist es nicht mit der grünen Natur in den heimischen Alpen vergleichbar. Hier findest man meist karge Felslandschaften vor – das muss man mögen. Ich machte mich in den Norden der Insel auf, um neue Wander-Abenteuer zu erleben, und kam mit einem tollen Geheimtipp im Gepäck zurück.
 
Hier berichte ich von meinen Eindrücken, was die Strecke verspricht, welche Highlights es gibt und wie man hin kommt. Zusätzlich verrate ich noch einige hilfreiche Insider-Tipps.

Anfahrt

Die Busverbindungen von Arrecife nach Famara waren am Wochenende nicht optimal. So kamen wir bis nach Teguise, aber von dort aus mussten wir dann trampen. Es dauerte nur einige Minuten und ein netten junger Mann, der auf dem Weg zu Surfen war, nahm uns mit nach Famara.

Du hast keine Lust zu trampen? Kein Problem! Hier haben wir weitere Anreise-Möglichkeiten für dich.

 

Wenn du mit dem Auto anreist, gibt es nur die Landstraße LZ-402, die aus der Inselmitte in den Norden geht und direkt zum Strand “Playa de Famara” führt.

Dort sind ausreichend kostenlose Parkplätze vorhanden.

Du fährst lieber mit den öffentlichen Verkehrsmittel? Kein Problem! Dann nimm die Buslinien 31 oder 33. Die Busse fahren ab Haltestelle Tiagua nach Caleta de Famara

Leider hält der Bus nicht direkt am Strand,, sondern etwas weiter unten, im kleinen Surfer-Ort Caleta de Famara. Dann musst du die 2,5 km zum Strand zurücklaufen.

An Wochenenden und Feiertagen ändern sich die Fahrzeiten und evtl. auch die Bus-Nummer. Checke auf Moovit die tagesaktuellen Verbindungen.

Wandern entlang der Steilküste

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Auf die Plätze, fertig, los!

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Wir folgten der Hauptstraße Richtung Norden bis zur sogenannten “Norweger Siedlung”, eine gut gesicherte Wohnanlage, in der überwiegend Norweger leben.

Die ersten Kilometer geht es einen Schotterweg entlag und einen Berg hoch. Nach ca. einer halben Stunde endete die Straße an einem weißen Haus. Dort stiegen wir über eine kleine Mauer und direkt dahinter begann der eigentliche Wanderweg.

Hier erkennt man noch gut, dass versucht wurde, eine Straße in den Berg zu graben. Laut meiner Information, wurde das Projekt irgendwann eingestellt, da es öfter zu Erdrutschen kam und der Weg immer wieder verschüttet wurde.

Der trittfester Weg, ist von Geröll überschüttet oder teilweise sogar abgerutscht. An einigen Stellen sollte man deshalb schwindelfrei sein und einen sichern Tritt haben. Die Strecke ist anspruchsvoll, aber wer öfters in den Bergen unterwegs ist, für den sollte das kein großes Problem darstellen.

Leider war das Wetter an diesem Tag nicht auf unserer Seite. Ein Sandsturm, der aus Marokko kam,  tauchte alles in ein ganz besonderes Licht und in eine seltsam schöne Atmosphäre. Die Gesteinsarten schimmerten in einer Vielfalt von Farben. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen.

Ein markanter Wegpunkt

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Das du immer noch auf dem richtigen Weg bist, wirst du nach ca. 8 km erkennen. Der markante und etwas makabere Wegpunkt ist eine rotes Autowrack. Wir hoffen sehr, dass den Insassen nichts passiert ist.

Nach 2 Stunden Wandern, hatten wir den ersehnten Scheitelpunkt erreichen. Vor uns lag das weite Tal und in der Ferne können wir schon unser Ziel „Playa del Risco“ sehen. Von da an, ging es nur noch bergab und runter zum wunderschönen Sandstrand.

Das Highlight der Wanderung

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Der einsame, weitläufige Strand war die ganze Anstrengung definitiv wert. Keine Menschenseele weit und breit und man hörte nur das beruhigende Rauschen des Meeres. 

Unten angekommen, rissen wir uns die Kleider vom Leib und stürzten uns in Kühle Nass des Atlantiks. Eine wunderbare Erfrischung nach der ganzen Mühe.

Nach einer halben Stunde brachen wir auf und entschieden uns dagegen, den gesamten Weg zurück zulaufen, sondern den steilen Hang nach oben zu laufen zum Aussichtspunkt „Camino de los Gracioseros“. Das waren ca. 300 Höhenmeter und der Anstieg dauerte ca. 1 Stunde.

In 4 Stunden meisterten wir die Tour. Oben angekommen, nahm uns zu Glück gleich ein Auto mit nach Arrecife.

Rückfahrt

Du hast zwei Möglichkeiten der Rückfahrt. Entweder läufst du die Strecke zurück und fährst so Heim wie du gekommen bist oder du entscheidest dich für den steilen Anstieg zum Aussichtspunkt “Camino de los Gracioseros”. Dann ist die Rückfahrt allerdings etwas komplizierter.

Nachdem du den Parkplatz “Las Rositas” erreicht hast, musst du noch ca. 4,5 km Richtung Süden, nach “Máguez” laufen. Dort ist die gleichnamige Bushaltestelle “Máguez” der Busline 07 die dich wieder nach Tiagua” bringt. Hier geht´s zu Google-Maps.

Oder du lässt dich am Parkplatz mit dem Auto abholen. 

Fazit

Wandern entlang dieser Steilküste ist ein Traum und bis jetzt eine der schönsten Touren, die ich gegangen bin. Das Besondere an diesem Route ist die Einsamkeit und die karge aber trotzdem beeindruckende Felslandschaft. Du triffst keine anderen Wanderer, wirst durch nichts abgelegt und bekommst du den Kopf richtig schön frei. Bei schönem Wetter hat man eine fantastische Aussicht auf die Insel La Graciosa und der einsame Strand am Ende der Tour, ist ein tolles Highlight.

Wenn du gut in Form bist und ein kleines Wander -Abenteuer auf Lanzarote suchst, dann lasse dir diese fantastische Tour nicht entgehen.

Insider-Tipps

Wegen der oftmals ungünstigen Busverbindungen, vor allem an den Wochenenden, kann ich dir Trampen auf Lanzarote sehr empfehlen. Das ist die kostengünstigste Variante und die Einheimischen sind alle sehr hilfsbereit. Auf diesem Weg, kannst du zudem von den Insulanern tolle Insider-Tipps erfahren.

Mädchen bzw. Frauen sollten generell NIE alleine Trampen. Bitte mindestens zu zweit ins das Auto steigen und das Kennzeichen notieren. 

Ausrüstungs-Empfehlung: 

  • Gutes Schuhwerk – optimal sind Bergstiefel aber für geübte Geher reichen Trail-Running-Schuhe aus.
  • Ausreichend Wasser mitnehmen – ich empfehle min. 4 Liter für die Strecke über 20 km.
  • Kopfbedeckung
  • Sonnencreme
  • Badesachen

In der “Norweger Siedlung” oder im Ort “Caletta de Famara”, hast du die letzte Chance dich mit Proviant einzudecken. Auf der gesamten Tour gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Nimm auf jeden Fall ausreichend Wasser mit.

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